Wenn sich Spannung, Überraschung und Verwirrung die Hand geben ...

Der Nachtwandler - Sebastian Fitzek

 ... dann kann es sich eigentlich nur um ein Buch von Sebastian Fitzek handeln.

 

Inhalt: In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein - doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn - und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit ...

 

Meine Meinung: Seit nun fast einem halben Jahr stand dieses Buch in meinem Regal. Sicher, ich musste es direkt haben, als es erschien. Aber lesen? Leider keine Zeit. Bis jetzt. Nachdem ich in der letzten Woche meine erste mündliche Prüfung bestanden hatte, wollte ich mich mit einer Lernpause und einem Buch belohnen - und dafür habe ich mir definitiv das richtige Buch ausgesucht!

 

Wie man es von Fitzek gewöhnt ist, sind seine Charaktere wunderbar vielschichtig. Gerade wenn man denkt, jemanden zu kennen, entdeckt man wieder neue Seiten. Und genauso verhält es sich auch mit der Handlung.

Leon wacht auf und sieht, wie seine Frau die Koffer packt. Als er sie fragt, was los sei, gibt sie ihm keine Antwort und schließlich flieht sie - und wirkt dabei, als hätte sie panische Angst vor Leon. Er beginnt zu grübeln und kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass ihn seine Vergangenheit wieder einzuholen scheint ...

Von Anfang an hat mich das Buch wirklich in seinen Bann gezogen. Zunächst der Prolog, der keine Parallelen zur Inhaltsangabe erkennen lässt, dann die panische Flucht von Leons Frau und schließlich seine unheimliche Entdeckung.
Fitzek schreibt sehr locker, was für die doch sehr vielschichtige Handlung sehr angenehm ist und das Verständnis um einiges erleichtert. Und dennoch ist das Buch so spannend, dass ich es in weniger als 5 Stunden beendet hatte.


Das Ende des Buches hat mich doch sehr überrascht! Ich hätte mit vielem gerechnet, aber damit nun wirklich gar nicht. Hier ist dem Autor wirklich nochmal ein großes Aha-Erlebnis gelungen. Allerdings ist es auch gerade das Ende, das mich nicht nur nachdenklich und begeistert, sondern auch sehr verwirrt zurückgelassen hat. Erst nach einigem Überlegen hat sich mir der Sinn hinter dem Ganzen wirklich erschlossen. Mag an mir liegen oder aber an der Geschichte.

Es tut dem Buch keinen großen Abbruch, für 5 Sterne reicht es aber nicht ganz und deshalb von mir: 4,5 von 5 Sternen und drei abschließende Worte: Lest. dieses. Buch.