Mögen die Spiele beginnen!

Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele  - Sylke Hachmeister, Peter Klöss, Hauptmann Hauptmann  Kompanie, Suzanne  Collins
Inhalt: 
Mögen die Spiele beginnen!
 
Als Katniss erfährt, dass das Los auf ihre kleine Schwester Prim gefallen ist, zögert sie keinen Moment. Um Prim zu schützen, meldet sie sich an ihrer Stelle für die alljährlich stattfindenden Spiele von Panem - in dem sicheren Wissen, damit ihr eigenes Todesurteil unterschrieben zu haben. Denn von den 24 Kandidaten darf nur ein einziger überleben. Zusammen mit Peeta, einem Jungen aus ihrem Distrikt, wird Katniss in die Arena geschickt, um sich dem Kampf zu stellen. Beiden ist klar, dass sie sich früher oder später als Feinde gegenüberstehen werden. Doch dann rettet Peeta Katniss das Leben ...
 
Meine Meinung:
Nun habe ich also auch mit der Trilogie begonnen, über die alle reden. Da ich den Film bereits gesehen hatte, wusste ich schon, was passiert - das Buch hat mir dennoch sehr gut gefallen und obwohl der Film wirklich gut gemacht ist, ist das Buch selbst doch irgendwie noch ganz anders.
 
Die Idee hinter der Geschichte hat mir schon lange gut gefallen: Eine Welt in der Zukunft, in der 24 Kinder einander jährlich bis auf den Tod bekämpfen müssen. Zugegeben "hat mir gut gefallen" klingt in diesem Zusammenhang äußerst makaber. Ich will damit auch nur sagen, dass es einfach mal - zumindest für mich - eine völlig neue Idee ist. Und ich muss auch sagen ... ich bin kein Pessimist, doch sein wir mal ehrlich: So wie sich unsere Gesellschaft in einigen Teilen der Welt entwickelt - ist es da so abwägig, dass sich ein ähnliches Szenario in weiter Zukunft tatsächlich einmal abspielen wird?
 
Der Schreibstil Collins' ist sehr einfach, dadurch aber nicht minder spannend. Er trägt vielmehr dazu bei, dass sich das Buch wie im Fluge lesen lässt und man sich nachher denkt "wie, schon vorbei?!". Von Anfang an ist man gefesselt von den Geschehnissen und ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Zu sehr war ich gespannt darauf, wie es weitergehen, wie sich Katniss entscheiden, ob sie und Peeta überleben werden (und das, obwohl ich schon wusste, was passiert!).
Zu dem leichten Schreibstil hinzu gefallen mir auch die Personen unheimlich gut. Es gibt einfach so viele unterschiedliche Charaktere und alle werden sie so fein und bildreich beschrieben, dass man sie quasi vor sich sehen kann. Natürlich schafft es Collins auch, ihre Figuren so unterschiedlich darzustellen, dass es für jeden Leser die Möglichkeit gibt, sich mit einer anderen Person zu identifizieren bzw. seine Empathie so zu verteilen, wie man mag. Sicher, es gibt auch die typischen "Bösewichte" und die Personen entwickeln sich auch gemäß ihrer Erlebnisse. Dennoch gibt es auf der einen Seite die, die ich von Anfang an mochte und gleichzeitig auch die, die mir auch trotz ihrer Entwicklung einfach unsympathisch blieben und sogar jemanden, der mir zu Beginn sehr gefallen hat und mir im Verlauf der Geschichte immer unsympathischer wurde. 
Besonders gelungen fand ich auch den Kontrast zwischen den Distrikten und dem Kapitol. Nicht nur von der Beschreibung der Umgebung her, sondern auch im Bezug auf die Darstellung der Personen. Diese kunterbunte, total abgedrehte Welt im Kontrast zu den armseligen, farblosen Distrikten drum herum - es hat sich direkt ein Bild in meinem Kopf geformt.
 
Unweigerlich habe ich das Buch während der Lektüre immer mit dem Film verglichen. Und es hat sich wieder einmal herausgestellt, warum es immer gut ist, eine Buchvorlage (auch im Nachhinein) gelesen zu haben. Es gibt so viele kleine Details, die nur durch das Buch wirklich einleuchtend sind und es gab auch einige Stellen, an denen ich enttäuscht war, dass diese nicht in den Film übertragen wurden. Jedoch muss ich sagen, dass das Buch im Vergleich zum Film in meinen Augen um einiges harmloser war.
 
Fazit:
Alles in allem ist "Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele" ein wirklich gelungenes Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Es steckt voller Eindrücke (ob "bildlich" oder "gedanklich"), man wird mitgerissen (wenn nicht von Beginn an, dann spätestens ab der "Ernte") und durch die Simplizität des Schreibstils ist es ein leichtes, das Buch in einem durch zu lesen, dabei die Zeit zu vergessen - sodass man am Ende ein bisschen traurig ist, dass es das schon gewesen sein soll. Alles in allem bekommt das Buch von mir 5 von 5 Sternen, da ich nicht wüsste, an welchem Ende ich einen Punkt abziehen sollte!