Eine Geschichte, die nicht kalt lässt

Extrem laut und unglaublich nah - Jonathan Safran Foer, Henning Ahrens

Inhalt: 

In a vase in a closet, a couple of years after his father died in 9/11, nine-year-old Oskar discovers a key ...
 
So begings a quest that takes Oskar - inventor, letter-writer and amateur detective - across New York's five boroughs and into the jumbled lives of friends, relatives and complete strangers. He gets heavy boots, he gives himself bruises and he inches ever nearer to the heart of a family mystery that stretches back fifty years. But will it take him any closer to, or even further from, his lost father?
(Klappentext)


Meine Meinung:

Dieses Buch stand seit nunmehr dreieinhalb Jahren ungelesen in meinem Regal - seit wir einen Ausschnitt daraus im Englisch-LK gelesen hatten und mich dieser sehr bewegte. Durch Jojos Beitrag zu unserer 30 Days Book Challenge, in dem sie zu Tag 5 dieses Buch vorstellte, habe ich es nun endlich wieder zur Hand genommen und diesmal auch zuende gelesen.
 
Ich kann mich noch genau an das Gefühl erinnern, das ich hatte, als am 11. September 2001 die Nachrichten die Runde machten, dass die Twin-Towers in New York Ziel eines terroristischen Anschlags geworden waren. Ich war zu dem Zeitpunkt 10 Jahre alt und habe natürlich erst einmal nicht begriffen, was genau da passiert war. Doch den Schock, der auch hier bei uns sehr tief saß, habe ich natürlich bemerkt und meine Eltern haben mir dann, so gut es ging, erklärt, was passiert war. Nun stelle man sich vor, wie schlimm diese Nachrichten, die uns hier, so weit vom Anschlagsziel, bewegt haben und noch immer bewegen, für einen kleinen Jungen sein müssen, der dabei seinen Vater verliert.
 

Oskar ist ein, in meinen Augen, ganz wundervoller Charakter. Ein kleiner Junge, der in seinem kurzen Leben schon ein viel zu schlimmes Schicksal erfahren hat. Man merkt in Jonathan Safran Foers wundervoll fesselndem Schreibstil immer wieder den Wechsel zwischen der Leichtigkeit, mit der nur ein Kind die Welt sehen kann und dann wiederum hat man einen richtigen Kloß im Hals, wenn man liest, welche Gedanken er sich schon in seinem zarten Alter macht. Es war eine wundervolle Reise, die man während des Lesens mit Oskar quer durch New York unternimmt, auf der Suche nach einem Schloss, das zu dem Schlüssel passt, den er nach dem Tod seines Vaters in dessen Schrank gefunden hat. Man lernt mit ihm die verschiedensten neuen Leute kennen und macht ganz unterschiedliche Erfahrungen. Besonders gefallen hat mir Oskars Offenheit und Neugier. Wenn er etwas wissen will, fragt er nach. Wenn er etwas auf dem Herzen hat, so spricht er das aus - oft vielleicht auch ohne zunächst darüber nachzudenken.
Allerdings habe ich mich oft auch ein wenig hilflos gefühlt, wenn ich lesen musste, dass es Oskar so schlecht ging - und ich ihm nicht helfen konnte.

Besonders an diesem Buch sind, neben den Sprüngen in die Vergangenheit in denen zwei Personen Oskar bzw. ihrem Sohn ihren Lebensweg darstellen auch die vielen Bilder, die so oft darstellen, was Oskar auf seiner "Reise" sieht. So wird man noch einmal auf ganz besondere Weise in die Geschichte verwickelt.

Fazit:
Ein wundervolles Buch voller Emotionen, das einen einfach nicht kalt lässt und von dem ich mir gewünscht hätte, dass es noch mindestens 300 weitere Seiten hehabt hätte. Definitiv ein "must read"!