Die Erinnerung ist eine Hölle ohne Ausweg.

Dornröschenschlaf - Gaylin,  Alison

DIE ERINNERUNG IST EINE HÖLLE OHNE AUSWEG.

 

Inhalt: Was würdest du tun, wenn du nicht vergessen kannst? Wenn du nicht weißt, wo deine Liebsten sind? Wenn jede Erinnerung dich zum schrecklichsten Moment deines Lebens führt? Seit der Entführung ihrer Schwester vor vielen Jahren leidet die Privatdetektivin Brenna Spector unter einem seltenen Phänomen: Sie kann sich mit allen Sinnen an jede Situation erinnern. Jeden vergangenen Moment zu sehen, zu hören und zu riechen ist ein Segen in ihrem Beruf, aber eine Qual in ihrem Leben. Vor allem, als Brennas neuester Fall zu einem vermissten Mädchen führt, das auf die gleiche Art verschwand, wie ihre eigene Schwester ...

 

(Quelle: Verlagsangaben)

 

Meine Meinung: Brenna Spector, die Protagonistin dieses Thrillers,  "leidet" an dem so genannten "Hyperthymestischen Syndrom", was auf gut Deutsch so viel bedeutet wie: Sie vergisst nicht. Kein Gesicht, keinen Namen, keine Nummer, keinen Geruch - sie kann sich an alles erinnern. An genaue Daten und Uhrzeiten von bestimmten Geschehnissen. An ihre Gefühle im entsprechenden Moment. An den Wortlaut eines Gesprächs. In einem Kurs in der Uni haben wir einmal über dieses "Phänomen" gesprochen, das unglaublich selten vorkommt - und das mich sehr fasziniert hat. Ehrlich gesagt, war dieses hyperthymestische Syndrom der Hauptgrund dafür, dass ich dieses Buch lesen wollte.

 

Wie die Inhaltsangabe schon verrät, ist der Fall, mit dem sich Brenna in diesem Buch beschäftigt, das Verschwinden eines Mädchens. Zumindest ist das die grobe Handlung. Insgesamt ist die Geschichte sehr vielschichtig, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Man lernt die unterschiedlichsten Personen kennen: Allen voran natürlich Brenna, die nicht vergessen kann. Ihren etwas schrulligen Assistenten Trent, den zunächst sehr verschlossen wirkenden Detective Nick Morasco, Brennas Tochter Maya und noch einige weitere. Und jeder hat seine eigene, vielschichtige Geschichte, sodass sich jeder im Verlauf der Handlung auf seine eigene Weise entwickelt und einem irgendwie ans Herz wächst. Sehr schön ist dabei, dass sich die Hintergründe dieser einzelnen Personen sehr gut in die Haupthandlung einfügen. So wirkt es trotz der doch recht beachtlichen Menge an wichtigen Personen nicht etwa "überfüllt", sondern man hat die Chance, sich die Namen und die Charaktere, die dahinter stecken, zu merken und ihre Handlungen auch nach zu vollziehen.

Erzählt wird die Geschichte zu ca 90% aus Brennas Sicht. An ein paar Stellen fließt immer mal wieder eine kurze Sequenz aus der Sicht einer anderen Person ein, sodass man auch die Entwicklung der Personen und ihre Beziehung zueinander sehr gut nachvollziehen konnte - und dass ohne, dass es verwirrend gewesen wäre.

 

Die genannte Vielschichtigkeit drückt sich vor allem durch die vielen - im Großteil überraschenden - Wendungen in der Handlung aus. Immer wieder ist irgendwas passiert, das ich so nicht erwartet hätte. Wenn ich auch leider zugeben muss, dass doch auch einige (wichtige) Ereignisse sehr vorhersehbar waren.

Überrascht war ich vor allem vom Ende. Dies war so die einzige Stelle, die ich mir wirklich ganz anders vorgestellt hätte. Und gleichzeitig hat es mich auch ein wenig enttäuscht, weil ich mir im Bezug auf Brenna noch ein wenig mehr erhofft hätte. ... (Es ist ganz schön schwierig etwas zu sagen, ohne gleich zu viel zu verraten. :D)

 

Fazit: Alles in allem habe ich das Buch wirklich gerne gelesen. Es gab nicht durchgehend eine nervenaufreibende Spannung, aber ich war die ganze Zeit über neugierig, was passiert und eben diese Spannung kam an genug Stellen auf, um mich zum Weiterlesen zu bewegen. Die Idee ist nicht nur in den Grundzügen gut, sondern auch ansprechend umgesetzt. Ich hätte mir lediglich gewünscht, dass es insgesamt noch ein bisschen weniger vorhersehbar gewesen wäre, von daher: 4 von 5 Sternen.